Bewegungstherapie bei Krebspatienten

Bewegung in Form von Laufen über Brücke

Bei bestimmten Krankheiten bilden sich die menschlichen Muskeln zurück oder sind schwer geschädigt. Psychische Störungen können ebenfalls dazu führen, zu vergessen, wie bestimmte Bewegungen auszuführen sind. Patienten sind dann nicht in der Lage zu gehen oder die Arme zu bewegen. Häufige Ursachen sind Unfälle, Schlaganfälle oder auch eine lange Bettlägerigkeit. Bei Komapatienten bilden sich nach Jahren fast alle Muskeln zurück. Als Therapie wird die Bewegungstherapie von Ärzten eingesetzt. Hierbei handelt es sich um gezielte und geplante Bewegungsübungen, bei denen Patienten entweder eine bestimmte Muskelgruppe oder auch den gesamten Körper trainieren; Bewegungsabläufe können auch wieder erlernt werden. Sehr lange wurde die Bewegungstherapie bei Krebspatienten vernachlässigt, da Krebs unter Medizinern keineswegs als Ursache für Muskel- oder Knochenschwund bekannt war. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Bewegungstherapie einen positiven Einfluss auf die Genesung und die Lebensqualität von Krebspatienten haben kann. Sie wird von vielen Ärzten deswegen auch bei Krebserkrankungen eingesetzt.

Was umfasst eine solche Therapie?

Leichtathletik Sprinten, Bewegungstherapie bei KrebsBei einer Bewegungstherapie arbeiten Patienten mit einem Physiotherapeuten, der ein gezieltes Programm vorweg ausarbeiten wird. Dies ist auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten und kann einfache Gymnastik umfassen, sportliche Aktivitäten, aber auch gezielte Übungen für Arme und Beine oder aber auch den Bauchbereich, um zum Beispiel bei Lungenkrebspatienten die Atmung zu verbessern. Die Therapie findet regelmäßig, mehrmals pro Woche oder sogar täglich, statt. Man kann eine Bewegungstherapie grob mit einem Sportverein vergleichen. Der Unterschied liegt in der Begleitung durch den Physiotherapeuten, der nach den Angaben des Arztes für Patienten nur geplante Übungen durchführt.

Wie kann eine solche Therapie bei Krebs helfen?

Eine Krebserkrankung hat massive Auswirkungen auf das Leben eines Patienten. Nicht nur die körperliche Kondition nimmt durch die Krankheit ab, sondern auch die psychische. Viele Patienten ziehen sich in sich selbst zurück, verlieren Freunde und Bekannte und werden depressiv. Krebstherapien greifen oft nicht nur die Krebszellen an, sondern schädigen auch die gesunden Zellen. Die Medikamente einer Chemotherapie oder anderer Behandlungen haben vielmals extreme Nebenwirkungen. Die Lebensqualität vieler Krebspatienten ist sehr eingeschränkt. Ärzte verordnen deswegen Bewegungstherapien, um dem Patienten diese wieder zurück zu geben. Patienten gewinnen wieder Mut zum Leben und ihre psychische Kondition verbessert sich. Die sportliche Betätigung führt auch zu einer Verbesserung der körperlichen Kondition, die den Kampf gegen den Krebs erheblich verbessern kann. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit regelmäßiger sportlicher Betätigung weniger an Krebs erkranken als solche ohne diese. Dementsprechend verordnen Ärzte viel Bewegung, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Ist diese Art der Behandlung effektiv?

Schwimmen als Bewegungstherapie für KrebspatientenBewegungstherapien können zwar bislang den Krebs keineswegs heilen, aber Studien haben gezeigt, dass sich das Wohlbefinden von Krebspatienten tatsächlich gesteigert hat. Sportliche Betätigung stärkt den Körper und kann dadurch von Innen heraus den Kampf gegen Krebs unterstützen. Ein „gesunder“ Körper, wie es im Sprichwort heißt, kann mithilfe seiner Abwehrkräfte Krebszellen gezielt angreifen. Allerdings kann Sport eine Krebserkrankung weder verhindern, noch heilen. Bewegungstherapien können durch die Aktivierung der körperlichen Prozesse jedoch auch die Aufnahme und Wirksamkeit von Medikamenten verbessern. Dies führt auch zu einer positiven Unterstützung von Chemotherapien. Sportliche Aktivität bringt den Körper wieder in Schwung. Der Metabolismus arbeitet effizienter und kann Wirkstoffe von Medikamenten besser und gezielter im Körper verteilen. Schließlich sind sich Studien auch einig darin, dass die psychologische Komponente der Krankheit durch eine Bewegungstherapie aufgehellt wird. Depression und Stress können durch sportliche Aktivitäten reduziert werden. Patienten erhalten so ihre alte Lebensqualität zurück. Die regelmäßige Konzentration auf die Therapie fördert auch den Alltagsablauf und bringt Patienten in ein routiniertes Leben zurück. Je nach Art der Bewegungstherapie verbessern sich auch die sozialen Kontakte, was ebenfalls die Gesundung verbessert. Klinische Studien haben gezeigt, dass Bewegungstherapien zwar kein Allheilmittel bei Krebspatienten sind, aber in vielen Fällen den Kampf gegen Krebs effektiv unterstützen können.

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